Kategorie: Neuheiten

Interview Ralf Schultheis

EdelweißClassic | Ralf Schultheis beim Holz bearbeiten in den Pidinger Werkstätten

Praktisch passt alles

Das Interview führte Olivia Stoll vom Sozialdienst der PWLH. Das Foto stammt aus der Kamera von Uwe Kurenbach. Im richtigen Augenblick abgedrückt hat auch er.

Olivia Hallo Ralf! Sag mal, wie lange bist du denn schon in der Werkstätte für behinderte Menschen in Piding?

Ralf Ich schätze so 25 Jahre, also 20 garantiert schon, da bin ich vor einigen Jahren mal geehrt worden.

Olivia Wie bist du denn hergekommen? Hast du vorher woanders gearbeitet?

Ralf Vorher hab‘ ich im Altersheim in Grabenstätt gearbeitet, als Hausmeistergehilfe. Früher wollte ich den Gärtnerberuf lernen, gescheitert ist es aber an den schriftlichen Prüfungen. Praktisch hat es bei mir schon immer gut gepasst, schriftlich ist für mich schwieriger.

Olivia Und du arbeitest in der Schreinerei, oder? Was machst du denn da?

Ralf Alle möglichen Tätigkeiten. Als es die alte Schreinerei noch gab, habe ich dort schon lackiert. Das habe ich dann in der neuen Schreinerei auch viel gemacht. Jetzt aktuell wieder mehr Montage, also EasyCooler (Weinkühler), Blumenkästen, Aufsteller oder auch mal eine Maschine einstellen – einfach alles, was mir meine Vorgesetzten zutrauen. Ich möchte mich ja auch weiterentwickeln und dazulernen.

Olivia Was gefällt dir daran am besten?

Ralf Ganz unterschiedlich, eigentlich mal das, mal das. Ich tüftle auch ganz gern.

Olivia Und wahrscheinlich magst du auch deine Begleitmaßnahme »Töpfern«, oder?

Ralf Ja, auf jeden Fall. Das mag ich nicht aufgeben. Überhaupt auch das Schnitzen mag ich gern, jetzt habe ich einen Oldtimer geschnitzt, der schaut schon toll aus.

Olivia Schnitzen auch. Toll, hab ja schon einiges gesehen von dir. So einen Greifvogel glaube ich und so eine Art Drachen.

Ralf Ja, stimmt, den Vogel, den hab‘ ich geschnitzt. Den Lindwurm, den habe ich getöpfert, der ist zuhause.

Olivia Und natürlich die vielen Oldtimer. Magst du denn diese alten Autos?

Ralf Ja, ich bin eigentlich schon Auto-interessiert. Ich hab‘ früher mal in der Auto-Aufbereitung bei einer Firma in Traunstein gearbeitet.

Ralf Schultheis bei seinem liebsten Hobby, dem Tennis spielen.

Olivia Du selber hast ja einen Roller, oder? Ist das auch ein Oldtimer?

Ralf (lacht) Nein, das ist kein Oldtimer. Ein ganz normaler, nein, ein Oldtimer leider nicht.

Olivia Und in deiner Freizeit, was machst du da so?

Ralf Tennis spielen.

Olivia Aha, Tennis. Spielst du da im Verein?

Ralf Ja, in Teisendorf. Und Schlagzeug spielen, auch ungefähr seit 25 Jahren. Auch in der Werkstatt schon mal und auch privat in verschiedenen Bands. Und das Schnitzen, das geht leider daheim nicht so, da hab‘ ich keinen Platz und mir fehlen die Werkzeuge. Auch Drechseln an einer Drehbank, das würde mir auch gefallen. Allgemein, eine kleine Werkstatt, ein Hobbyraum, das wär‘ ein Traum von mir.

Olivia Ok, Ralf, danke fürs Interview. Ich bin schon gespannt auf die neuen Oldtimer-­Trophäen, die sehen wir ja dann im Juni, oder? Vorausgesetzt, du wirst fertig?

Ralf (lacht) Ja, fertig werde ich auf jeden Fall.

Olivia Danke nochmals.

Portrait Susi Steindorf

EdelweißClassic | Susi Steindorf beim Töpfern in den Pidinger Werkstätten

Anissterne und rote Ohren

Dieser Beitrag ist ein Gastbeitrag über Susi Steindorf, eine Mitarbeiterin der Pidinger Werkstätten, verfasst von Olivia Stoll vom Sozialdienst der PWLH. Das Portrait stammt von Uwe Kurenbach.

Das ist Susi. Sie ist 30 Jahre alt und wohnt bei ihrer Familie in Laufen. Sie arbeitet in der Pidinger Werkstätten GmbH der Lebenshilfe Berchtesgadener Land in der Gruppe »Dienstleistung 6« seit 9 Jahren. Davor war sie im Heilpädagogischen Zentrum in Piding. In ihrer Arbeitsgruppe bestückt sie beispielsweise Tablettenschachteln oder sie faltet und etikettiert Klarsichtverpackungen.

Auch beim Sortieren und Abfüllen von Gewürzen ist Susi eingesetzt. Den Geruch von den zu verpackenden Anissternen, Lorbeerblättern und Zimtstangen mag Susi. Den Geruch von Chilifäden aber nicht so, weil sie scharf riechen.

Am liebsten arbeitet sie an Klebearbeiten. Das kann Susi besonders gut. Bei diesen Tätigkeiten, wo Susi unter anderem Etiketten auf Verpackungen für Edelsteinmischungen klebt, arbeitet sie akribisch, mit höchster Präzision.

Susi ist eine sehr fröhliche Person; während der Arbeit lacht sie viel, macht Scherze und ist für jeden Spaß zu haben.

Alle zwei Wochen ist Susi in ihrer Begleitmaßnahme beim Töpfern; dort formt sie gerne Schüsseln und andere Gefäße aus langen ausgerollten Tonschlangen, die sie auf Formen aufrollt und dann festdrückt. Oder sie bemalt getöpferte Werkstücke, wie neulich vor Ostern einen Osterhasen – mit einem Pinsel mit roter Farbe bemalt sie zuerst die Ohren und dann den Mund. Auch getöpferte Oldtimer hat sie mit unterschiedlichen Farben bemalt.

Susi mag gerne die Farbe rosarot, auch bei ihrer Kleidung und beim Schmuck, den sie gerne trägt.

In ihrer zweiten Begleitmaßnahme »Schau ins Land« geht sie mit anderen MitarbeiterInnen einmal pro Woche spazieren und schaut sich die Umgebung und Natur an.
In ihrer Freizeit hört Susi gerne Musik und malt für ihr Leben gerne Mandalas. Zuhause spielt sie auch gerne Ball oder schaukelt im Garten. Urlaubszeiten verbringt sie gerne mit ihrer Familie im sonnigen Griechenland.

Rückblick 2019

Ist der Klimawandel nun auch bei der Edelweiß Classic angekommen oder hat es Petrus am letzten Juni-Wochenende nur etwas zu gut gemeint?

So warm war ein ganzes Edelweiß-Wochenende noch nie in den vergangenen 15 Jahren und es gab neben heißen Schlitten auch extrem heiße Temperaturen in Berchtesgaden und dem angrenzenden Salzburger Land. Bis auf ganz wenige Ausnahmen überstanden Mensch und Maschine die Hitzeschlacht aber ganz gut – auch dank zusätzlichem Kühlwasser für die Motoren und der gekühlten Milchprodukte aus der Molkerei Berchtesgadener Land für Fahrer und Beifahrer.

Der Freitag begann traditionell mit dem „freiwilligen“ Prolog „Auf malerischen Wegen rund um den sagenumwobenen Untersberg“. Über die Hälfte der Teilnehmer cruiste durch die schattigen Wälder, der Rest genoss das Hotel Edelweiss, die Geschäfte in der Fußgängerzone oder die Gastronomie in Berchtesgaden. Vorher musste aber noch eine „Kuh“ gemolken werden und die Geschicklichkeit mancher Teilnehmer/innen löste große Heiterkeit bei den Zuschauern aus.

Das „Ersatzprogramm“ am Freitagabend entwickelte sich zu einem absoluten Highlight und kein Teilnehmer dachte später noch an die entfallene Fahrt auf den Jenner. Zum ersten Mal seit Bestehen des Hotels gelang ein so fulminanter Abend mit so vielen Gästen im Panorama-Restaurant auf der Dachterrasse und hierbei half das Wetter tatsächlich mit. Der „Bayerische Abend“ überzeugte mit einer phänomenalen Aussicht über die Dächer Berchtesgadens auf die umliegenden Berge, allen voran dem Watzmann, entsprechender Volksmusik und kulinarischen Meisterwerken aus der Hotelküche. Ein enormer Dank gebührt den Verantwortlichen und dem Personal des Hotels Edelweiss!

Kulinarische Highlights gab es am Freitagabend im Hotel Edelweiss.

Markus Spiegelsberger, der Geschäftsführer der Behindertenwerkstatt Piding, stellte das diesjährige Spendenprojekt vor und nach einer kleinen, aber sehr erfolgreichen Charity-Auktion wartete ein grandioser Abschluss auf die Gäste: Einige Teilnehmer hatten ein Feuerwerk spendiert und die „Himmelsschreiber“ aus Unterhaching zauberten ein sensationelles, von passender Musik untermaltes Kunstwerk in den Nachthimmel über Berchtesgaden.

Der Blick auf das Hotel Edelweiss in Berchtesgaden und das sensationelle Feuerwerk anlässlich der EdelweißClassic 2019.

Am Samstagmorgen warteten auf dem Weihnachtsschützenplatz außer (noch) angenehmen Temperaturen auch Hannes Mayerl mit dem Mikrofon, die nächste knifflige Sonderprüfung und Walter Röhrl mit dem Porsche 918 Spyder aus dem Porsche-Museum mit der Startnummer 1 auf die anderen Teilnehmer und die zahlreichen Zuschauer. Im Minutentakt und unter großem Beifall schickte der stimmgewaltige steirische Moderator das bunt gemischte Starterfeld mit knapp 90 Fahrzeugen auf die Reise nach Kaprun im benachbarten Österreich.

Durch die Versorgungstunnels ging es zum zum Hochgebirgsstausee Mooserboden.

Hier sammelte man sich in zwei Gruppen vor einer unscheinbaren Schranke zum vielleicht eindrucksvollsten Streckenabschnitt aller bisherigen Rallyes. Die Kaprun Hochgebirgsstauseen-Verbund GmbH ermöglichte der Edelweiß Classic als allerletzten Gruppe die Fahrt durch den eigentlich gesperrten Versorgungstunnel und weiter direkt bis zum Stausee Mooserboden. Das Hochgebirgspanorama nach dem ca. 6 Kilometer langen Weg durch den Fels verschlug allen Fahrern und Beifahrern die Stimme und prägte sich unauslöschlich in ihre Erinnerung ein.

Nach dem Parken vor und hinter der imposanten Staumauer musste die nächste Sonderprüfung absolviert werden und dann konnte die einmalige Aussicht und eine Almjause vor der Berggaststätte genossen werden. Leider schaffte der Oldtimerbus unseres langjährigen Freundes und Unterstützers, Dr. Konrad Auwärter, das letzte Stück nicht und musste kurz vor dem Ziel in einer Ausweichbucht mit Getriebeschaden abgestellt werden. Dank des Zusammenhalts unter den Teilnehmern und der Hilfe des Verbund-Personals konnten die Businsassen aber schnell zu ihrer Mittagspause gebracht und anschließend auf andere Fahrzeuge verteilt werden. So kamen alle rechtzeitig wieder ins Tal und auch der Bus konnte noch am Montagabend geborgen werden.

Die Stempelkontrolle vor dem Fahrzeugmuseum von Helmut Vötter in Kaprun geriet leider zur Geduldsprobe, weil der umtriebige Hotelier vor lauter Freude und Begeisterung manchmal die Zeit vergaß. Dank des freundlichen und aufmerksamen Personals vor Ort ertrugen die hitzegeplagten Piloten und Copiloten auch diese Herausforderung und fuhren anschließend um den Zeller See und auf malerischen Sträßchen zur Hochkönig Straße. Mit der ständigen Aussicht auf ein grandioses Bergpanorama führte der Weg über den Filzensattel nach Bischofshofen und über Hallein wieder zurück nach Berchtesgaden.

Hier freuten sich alle auf einen schattigen Parkplatz in der Hotelgarage, eine kalte Dusche und die bevorstehende Siegerehrung. Überrascht wurden die Gäste dann von einem besonderen Aperitif: Die Enzianbrennerei Grassl hat für die Molkerei BGL einen Milchlikör kreiert, der erst im Herbst in den Handel kommt und hier von den beiden Geschäftsführern und ihren Ehefrauen präsentiert wurde. Den einen oder anderen Teilnehmer ertappte man mehrfach beim Nachfüllen, denn das Getränk kam sehr gut an.

Drei fantastische Volksmusikanten, Andrea Stöger, Hermann und Tobias Huber, begleiteten den Abend musikalisch und die Hotelküche hatte sich wieder einmal übertroffen. So ließ man den Tag mit seinen vielen unvergesslichen Eindrücken Revue passieren, tat bei einer kleinen Bilder-Versteigerung ein gutes Werk und wartete auf die Siegerehrung. Zuvor konnte Joachim Althammer noch alle von Gerd Ehrenhuber gemalten Aquarelle verkaufen und so den aktuellen Spendenstand weiter erhöhen. Auch der Landrat und Schirmherr Georg Grabner war an diesem Abend unter den Gästen und bedankte sich für die großartige Unterstützung der Behindertenarbeit im Landkreis BGL.

Zum Glück gibt es die EdelweißClassic und zu dieser das passende Magazin RETROSPEKTIVE.

Auf die Gewinner warteten handgemachte Edelweiß-Trophäen aus Sölker Marmor von Willi Lerchegger und die Ehrenpreise stammten erneut von der Töpfergruppe der Behindertenwerkstatt Piding. Diese Automodelle verteilten Mayerl und Althammer zuerst, dann wurde das Geheimnis um die geschicktesten Teilnehmer gelüftet: Holzpokale für die Plätze 1 und 2 stehen bereits im Wohnzimmer der Familie Rupp, nun holten sich die Damen Katharina und Lore auch einen Pokal für den 3. Platz. Der jüngste Teilnehmer, Simon Rupin, holte mit seiner Leistung bei der Schätzfrage die nötigen Punkte für den 2. Platz, was seine Eltern, Simone und Mike Rupin, besonders freute. Ohne Beifahrer die Strecke zu finden, ist bei der Edelweiß Classic ja nicht unmöglich, aber alleine auch noch alle Prüfungen mit Bravour zu absolvieren, gelang noch nicht oft. Diesmal schaffte es Dr. Peter Kipfer und als Belohnung gab es für ihn den größten Pokal. Herzlichen Glückwunsch noch einmal an alle Sieger!

Der wärmste Tag war schließlich der Sonntag und die extremen Temperaturen verhinderten auch einen neuen Besucherrekord beim Abschlussfest in Piding. Die Mitarbeiter der Werkstatt hatten wieder einen enormen Aufwand betrieben und das Fest akribisch vorbereitet. Es warteten Trachtenkinder, Volksmusikanten, die Tanzgruppe aus der Werkstatt, eine schöne Tombola und herrliche Schmankerln aus der Küche auf die Besucher.

Die meisten Teilnehmer ließen es sich nicht nehmen hier teilzunehmen und konnten so die Werkstatt und speziell das Spendenprojekt, einen Gemeinschaftsraum für schwerer beeinträchtigte Menschen, besichtigen. Die Besucher freuten sich über die schönen Fahrzeuge und Hannes Mayerl und Florian Huber führten gemeinsam durch das abwechslungsreiche Programm.

Joachim Althammer konnte zum Schluss zwar noch kein genaues Spendenergebnis – die diesjährige Spende der Willi Althof-Stiftung steht noch nicht fest – verkünden, aber dafür den Termin für das nächste „Autofahren mit Herz“: Die Edelweiß Classic 2021 findet vom 25. bis 27. Juni statt und die Behindertenarbeit im Landkreis BGL hofft wieder auf viele Teilnehmer, Helfer und Unterstützer!

Teilnehmer und Fahrzeuge 2019

EdelweißClassic | Das Titelmotiv zur Benefizrallye 2019: der Porsche 918 Spyder und der NSU RO 80 vor dem Mooserbodenstausee in Kaprun

Hier finden Sie alle Teilnehmer und Fahrzeuge der EdelweißClassic 2019 inklusive der technischen Daten, sortiert nach Platzierungen!

PlatzierungStart-Nr.FahrerBeifahrerFahrzeugBaujahrZylinderccmPSkm/h
164Dr. Peter KipferMercedes 230 C Cabriolet197942277109170
223Mike RupinSimone HarrerFord 17 M RS197162274108170
342Katharina RuppLore RuppMG B19694180098160
455Günther RettenbacherStephan PrähauserPorsche 911 T Targa197262341130205
541Prof. Klaus EmmanuelChristoph WeinVW Käfer19694150050120
660Michael RacherAndrea RacherFord Granada Ghia MK1197562300108185
726Winfried PfundGerhard WiedmannTriumph TR 3 A196142200100160
845Volker GrossN.N.Porsche 356 B Cabriolet19604160075165
911Marianne WalchEva SilberbergerPorsche 356 A19584157160160
1078Martin DeggelmannJeanette KaiserBMW 325i Cabriolet198762476170216
1110Dietrich BallinChristiane BallinAustin Healey 100-6 BN6195862639170200
1240Hannes RamboldConnie RamboldGlas 3000 V8196783000160200
1362Eugen ViehofOlaf BöckerBMW 2002 Turbo197541990175210
1418Fritz WirthManuela PoniwassBMW 325i Cabriolet198762494170212
155Thomas SchäferRalf SchäferRailton Light Sports193584125180180
1615Stefanie NeumannRoger NeumannPorsche 911 T197362341140220
174Armin LorchLutz MareckAlvis Speed 25193263500150200
1843Alexandra RuppJoachim RuppFiat 1600 Spider197441600100180
1929Johann HeinrichIlse HeinrichFiat 1500 Cabriolet19644150075140
2074Team Volkswagen ClassicVolkswagen Käfer 1303 Cabriolet19794160050130
2128Baptist Johann LindnerAlexandra TrippTriumph TR 4196342014100180
2219Dr. Andreas WiegandAnnette Eichhorn-WiegandMercedes 220 S Coupe195962180106160
2344Werner HagenChristine HagenFiat 124 Spider BS/119704160090180
2447Klaus BrodmerkelChristine MedererOpel Kadett B Caravan19694107845125
2535Ulrich BögerHeike BögerFord Mustang196684700200165
2549Markus JustusHeiner LeifeldFord Mustang196684700225182
2769Gereon MethnerKatrin MethnerAlfa Romeo Giulietta SS196141290100190
2837Martin BraxenthalerMichael StrohhammerFord Mustang196684700200200
2989Norbert HaudumSusanne HaudumMorgan 4(4199441796126178
3054Wolfram KastBeate KastBMW 3.0 CS197263000180200
3191Alexander KernHelmut HelmbergerTVR Chimaera200184500310260
328Martin ZehentnerAstrid ZehentnerNSU-Fiat 500 Topolino Roadster1937456916.585
3351Andreas LeifeldFord Capri 2,3 S198362274114183
3485Alexander ErtlMarkus ErtlPorsche 911 Carrera 3.2 Cabriolet198663125231245
3592Thomas SteinbacherMonika SteinbacherPorsche 993199563600272265
3653Georg SchöndorferConstantin ModereggerPorsche 911 Carrera 3.2198763200210250
3795Winfried GroßTraudl GroßMercedes SLS AMG Roadster201286208571320
3817Dr. Emil PenningerBarbara PenningerPorsche 911 Carrera 3.2 Cabriolet198463125231250
393Rolf WillemsBarbara WillemsSunbeam 3-Liter Spezial192663000120145
4075Team Volkswagen ClassicVolkswagen Beetle Cabriolet201842000210230
4127Helmut DollenzMargarete DollenzAustin Healey 3000 MK II196362912128180
4257Anke RuppertPetra MeinelVW Käfer 1303 Cabriolet19734157050140
4381Peter G. StockingerGottfried WendtnerPorsche 911 Carrera Cabriolet198663200206240
4472Team Volkswagen ClassicVolkswagen Käfer "GSR"19734160068150
4536Willi StreckGina StreckJaguar E 2+2196664200210210
4682Wolfgang FrankeErika FrankeBMW 316i Edition199041590100182
4759Roland TubbesingOksana TubbesingShelby Cobra Daytona196585800350250
4831Friedrich RainerBritt RainerAustin Healey 3000 MK II196362913150180
4990Dr. Michael WeberKathrin Roth-WeberPorsche 993199463600272270
5050Nicole JustusChristel LeifeldMorris Mini Cooper19714130060145
5187Martin BovensPamela BovensAudi RS 2199452226315262
5212Josef SchmidLydia SchmidMercedes 250 SE Cabriolet196462495150180
53100Vincenzo GiacaloneMarianne GiacaloneBMW XD3 Alpina201662993349251
5420Eva AlthammerNina AlthammerChevrolet Corvette Sting Ray196385300270230
5521Hans BuchwinklerN. N.Porsche 356 B19634160090190
5698Peter TuschwitzEva-Maria TuschwitzPorsche 911 Turbo S201863800580330
5763Georg PanzenböckClaudia Kuba-PanzenböckPorsche 911 Turbo198063300300260
5838Hias HafnerMarlene HafnerNSU TTS19674120075165
5980Christa Maly-ZachUschi GradwohlMercedes 300 SL198862963188200
6099Enrico FalchettoHeike FalkMercedes E 53 AMG Cabriolet201962999435250
6193Michael HeissClaudia HeissAudi A 4 Cabriolet200363000220250
6273Team Volkswagen ClassicVolkswagen Beetle "GSR"201342000210240
6377Michael NeyerGerlinde Artmann-NeyerPorsche 911 Carrera 4199163600250260
6433Volker SchlechtriemMichael KieslingAC/Backdraft Cobra196587400485220
6522Prof. Gottfried BrandnerJutta BrandnerExcalibur SSK 540196485751300200
6670Martin UtbergN. N.N.N.
677Günther DurchdewaldSandra SchäferNSU TT19704120085160
6856Helmut HolzmayrDagmar WeissOpel Rekord D19764190090170
6916Eberhard RischPatrick RischPeugeot 504 Cabriolet197562700137197
7048Peter SchmiedSylvia KlikarVW Passat LS19764158870154
7146Walter LaisGabi GottsteinFerrari 308 GT 4197883000240250
7232Thomas SchülerHannelore SchülerChevrolet Corvette Sting Ray196485700300200
732Hans HofmeisterBärbel HofmeisterNSU RO 8019722995115180
7430Dieter PoechNiki und Walter BolzerPorsche 356 C Cabriolet19644160075175
756Michael MünzenmaierStefan AlbrechtJensen-Volvo P 1800196342400151200
7697Manfred SchmaleChristel SchmaleFerrari 458 Italia201484497570330
7724Josef IrlingerHelmut AngererMercedes 190 SL196141900105175
7876Richard FuchsInge FuchsPorsche 993 Cabriolet199563600272265
7996Ludger Frehe-SiermannWaltraud Frehe-SiermannPorsche 911 Cabriolet201263466350285
8065Oswald KipferErika KipferMercedes 280 SL199662799194225
811Walter RöhrlMonika RöhrlPorsche 918 Spyder201384592887345
8214Dr. Konrad AuwärterChrista Auwärter und Gäste der Sparkasse BGLOpel Blitz 1,5 C1949624735580
8379Dirk JohaeMonika JohaePorsche 911 Carrera Cabriolet198663164231245
8488Ingrid HofmeisterSven ViehwegPorsche 968 Cabriolet199242990239250
8534Hermann ReitsamerAnneliese ReitsamerMercedes 230 SL196562306150200
8658Herbert StevesAlfa Romeo GT Junior197442000131170
8783Ulrich HöschenJuliane SachseMercedes 300 SL199062960231240

Portrait Walter Röhrl

EdelweißClassic | Walter Röhrl '82 im Cockpit seines Opel Ascona. Bild: McKlein

Das Unikat

Dieser Beitrag ist ein Gastbeitrag des bekannten Motorsporthistorikers Siegfried C. Strasser. Er schreibt unter anderem für das Rossfeld-Magazin und ist Autor diverser Motorsportfachbücher.

Walter Röhrl gilt nicht nur einer der besten Rallyefahrer aller Zeiten, er ist auch abseits der Strecke sehr engagiert. Unter anderem als Botschafter für den Internationalen Edelweiß Bergpreis Roßfeld Berchtesgaden, die sportliche große Schwester der EdelweißClassic . Umso mehr freuen wir uns, ihn als Teilnehmer der diesjährigen Ausgabe der EdelweißClassic begrüßen zu dürfen

Als Kind litt er unter seinen roten Haaren. Er wurde verspottet, verdroschen, ging 10 Minuten vor Schulschluss zu Mutter und Bruder, um nicht wieder in eine Rauferei verwickelt zu werden. Irgendwann, das spürte er, zeig ich’s euch, dass ich besser bin als ihr alle miteinander!

Und das tat er auf seine unnachahmliche Weise. Er wurde der beste Rallyefahrer, der König der Quertreiber, zweimal Weltmeister, gewann die Monte viermal, jeweils in einem anderen Auto. Er war stets total fokussiert auf seinen Sport, alles andere kam danach, auch seine Monika. Eine andere, sagt er, hätte mich niemals ausgehalten.

Sein impulsives Naturell ließ ihn nie vor der Wahrheit zurückschrecken, und sei sie noch so peinlich. Er sagte die Dinge so, wie er sie in dem Moment dachte. Auch wenn er damit den einen oder anderen vor den Kopf stieß.

Jeder kennt die Geschichte vom Affen, der den Allrad-Audi steuern konnte. Röhrl saß in einem heckgetriebenen Opel Ascona. Michele Mouton führte in der WM. Eine Frau war schneller als er! Das konnte nicht sein! In einem Interview sagte Mouton später, sie könne er mit dem Affen nicht gemeint haben, denn „Mouton“ heiße ja „Schaf“. Am Ende war doch wieder der baumlange Regensburger Weltmeister, obwohl er da noch keinen Quattro hatte.

Röhrl war stets Asket, wenn es darum ging, seinem Sport zu dienen. Er ging um halb zehn ins Bett, wenn die anderen noch feierten bis zwei in der Früh. Er musste am nächsten Tag acht Stunden im Auto voll konzentriert sein. Er musste mit den unglaublichen Gruppe-B-Autos einen Ritt auf der Kanonenkugel absolvieren. Ein Fehler war ausgeschlossen. Selbst heute noch raucht er nicht, trinkt kaum Alkohol und betreibt Sport mit seinem Bike. Oder fährt Schi, wie damals, als er noch keine Rallyes bestritt und sein Freund Herbert ihm in den Ohren lag, sich um einen Werkvertrag bei einer Autofirma zu bemühen. Das erledigte sein Freund dann für ihn, schrieb Briefe und überzeugte schließlich Jochen Neerpasch von Ford, dass Walter der beste Autofahrer von allen war.

Um sich das einzig gscheite Auto zu kaufen, wie sein Bruder sagte, einen Porsche, verzichtete er auf alles, was junge Leute meistens am liebsten tun: Walter ging nie aus, nie in eine Disco, er sparte sich alles vom Mund ab, lebte bei der Mutter, damit er sich einen 356 kaufen konnte. Sein großes Vorbild, sein Bruder, verunglückte mit einem 356 tödlich. Der 356 C Coupé war sein erstes Auto. Noch heute hat er von jedem luftgekühlten 911 ein Exemplar in seiner Garage. Jahrelang war er Porsches Testpilot, fuhr jeden neuen Porsche, bevor er auf den Markt kam. Seine klaren Worte, seine Expertise, all das kam Porsche zugute.

Walter Röhrl fuhr auch Rundstreckenrennen für Audi, war in Amerika in der Transam und in der IMSA im Einsatz, aber seine größte Befriedigung war das Rallyeauto. Er war der erste Mensch am Pikes Peak unter 11 Minuten. 20 Kilometer Schotter, 156 Kurven, über 4000 Meter hoch.

Er sah besser als die anderen, in der Nacht, im Wald, im Nebel. Stichwort: Arganil. Er schlug alle um 10 Minuten bei der Monte, obwohl seine Kontrahenten im gleichen Auto die neuen, die besseren Reifen aufgezogen hatten.

Er hasste die Safari, weil sie für ihn keine Herausforderung darstellte und er nichts dafür erübrigen konnte, dass edelste Technik im Schlamm zerstört wurde.

Er hatte mit Christian Geistdörfer seit Mai 77 die „Mutter fürs Kleinkind“, die ihm alles abnahm, sodass er sich voll und ganz aufs Fahren konzentrieren konnte. Er trieb das Rallyefahren auf eine neue Perfektionsstufe dank seinem fotografischen Gedächtnis, seinem analytischen Verstand und seinem Talent. Sein Balancegefühl, das er vom Skifahren auf die Rallyepiste transformiert hatte, ließ ihn schneller sein als die anderen. Bei jedem Wetter. Auf jedem Terrain. Heute ist alles anders, ein Ogier hat es schwerer als er, denn heute sind die Autos einfach zu fahren, auch Halbblinde können damit genauso schnell sein. Heute fahren sie von 7 bis 19 Uhr, damals fuhren sie 40 Stunden nonstop. Einen Rallyepiloten wie Walter Röhrl kann es nur einmal geben. Er wollte nie berühmt sein. Aber er wurde es.