Rückblick 2010

Journal & Programm Titel 2010
Foto: Uwe Kurenbach

Rückblick 2010

Alles im Fluß, alles im Griff, alles im Lot

Bereits das siebte Mal seit 2004 trafen sich Ende Juni über 200 Menschen im Berchtesgadener Land, um mit ihren Oldtimern unter Gleichgesinnten drei tolle unbeschwerte Tage zu erleben und gleichzeitig Gutes zu tun. Die Spenden helfen dieses Jahr mit, in der Pidinger Werkstätten GmbH einen – dringend benötigten – Pavillon für die Schongruppe zu verwirklichen. Auch dank der großzügigen Einzelspende der Willi Althof Stiftung aus München konnte am Sonntag die sensationelle Gesamtsumme von knapp 95.000 € verkündet werden. Mit diesem Betrag ist das Ziel, den Pavillon bauen zu können, schon fast erreicht.

Auch der Wettergott steuerte seinen Teil zur EdelweißClassic bei und da sich ab Mitte der Woche ein stabiles Hochdruckgebiet breitmachte, trafen sich die 105 Teams am Freitag bei herrlichem Sommerwetter in Berchtesgaden und bezogen großteils ihre Zimmer im neuen Hotel Edelweiss. Das Hotel erwies sich als wahrer Glücksgriff und durch die liebevolle Betreuung der Fam. Hettegger und ihrer motivierten Mitarbeiter fühlten sich alle Gäste sehr wohl. Das „Edelweiss“ hat sich damit auch für die nächsten Jahre als Rallye-Mittelpunkt empfohlen und sich schon jetzt als toller Partner etabliert.

Nachdem die EdelweißClassic-Teilnehmer ihre Unterlagen erhalten hatten, durften sie gleich bei der ersten Sonderprüfung ihr Geschick beim Kuhmelken beweisen und anschließend ihre Fahrzeuge auf dem Schlossplatz, bzw. Rathausplatz abstellen. Vom Rathausplatz erfolgte dann auch der Start zum Prolog nach Piding, wo in der Behindertenwerkstatt der allen so wichtige Kontakt mit den betroffenen Menschen zustande kam. Als Dankeschön erhielt jede Besatzung einen handgefertigten Wimpel und anschließend wurde man mit Köstlichkeiten aus einem kleinen Hüttendorf versorgt. Die behinderten Mitarbeiter der Werkstatt feierten die Rallyefahrer zum Teil sogar mit der Laola-Welle und speziell Walter Röhrl und Martin Braxenthaler konnten sich vor Autogrammwünschen kaum retten, erfüllten sie aber alle sehr gerne und genossen den Aufenthalt.

Da der Eröffnungsabend der EdelweißClassic im Hotel Edelweiss stattfand, konnten sich die Gäste nach der Rückkehr in Ruhe darauf vorbereiten. Bei herrlicher Volksmusik von den Mühltaler Musikanten genoss man das hervorragende Buffet und nette Gespräche. Landrat und Schirmherr Georg Grabner sowie der Berchtesgadener Bürgermeister Franz Rasp waren anwesend und Hermann Seeböck, der Geschäftsführer der Pidinger Werkstätten GmbH, stellte die Einrichtung und das diesjährige Projekt vor.

Wie schon in den vergangenen Jahren hatte Gerd Ehrenhuber wieder Aquarelle gemalt und von den 25 Kunstwerken konnten 20 Stück zugunsten der Behindertenwerkstatt verkauft werden. Auf vielfachen Wunsch hatte sich Joachim Althammer kurzfristig entschlossen, wieder eine kleine Auktion zu veranstalten und Gert Fasching vom Dorotheum versteigerte in kürzester Zeit drei besondere Stücke: einen signierten Rennanzug von Maria Riesch, eine handgefertigte Krippe in einer Spanschachtel und ein von Fritz Hackner spontan gespendetes Paar Vitallo-Schuhe.

Am Samstagvormittag war der wunderschöne Rathausplatz in Bad Reichenhall mit vielen begeisterten Zuschauern der Ausgangspunkt für die Fahrt der EdelweißClassic in den Salzburger Flachgau. Nach dem Genuss von Weißwürsten im Gasthof Bürgerbräu mussten noch (gedanklich) Bierkisten in einen Mercedes-Transporter gestapelt werden und anschließend verabschiedeten der Oberbürgermeister Dr. Lackner und der gut aufgelegte Moderator, Hannes Mayerl, die Teams auf die wieder einmal sehr abwechslungsreiche und interessante Strecke. Die neu renovierte Länderbrücke zwischen Laufen und Oberndorf wurde kurz vor der Stempelkontrolle passiert und dort, vor dem Café Gruber, warteten viele Zuschauer, BM Peter Schröder, Landesrat Walter Blachfellner, Karin Gruber von der Werbegemeinschaft und der Moderator Peter Krakowizer.

Völlig überraschend wurden bei der Mittagspause in Gstaig die Sitzplätze knapp! Die Ursache waren aber nicht mangelnde Planung oder eine schwindlig machende Raiffeisen-Sonderprüfung mit der „Rausch-Brille“, sondern das sensationelle Buffet des Haubenkochs Jürgen Hamedinger und der wunderschöne Gastgarten des Gasthauses Maria vom guten Rat. Nur widerwillig starteten die Piloten ihre Oldtimer, wurden aber mit einer schönen Strecke entlang vieler Seen belohnt. Am nächsten Etappenziel in Hof erwartete Sie schon der nächste kulinarische Höhepunkt der EdelweißClassic 2010. Die Bäuerinnen aus Hof verwöhnten im Rauchhaus „Mühlgrub“ mit Kaffee und selbstgemachten Kuchen. Das letzte an seinem ursprünglichen Platz verbliebene Rauchhaus Österreichs faszinierte mit seinen originalen Innenräumen und seinem Obstgarten. Die letzte Etappe bis Berchtesgaden war der fahrerische Höhepunkt der diesjährigen EdelweißClassic und rief begeisterte Reaktionen der Fahrer hervor. Die Sträßchen zum Fuschlsee, weiter in die Faistenau und an den Hintersee, speziell aber die atemberaubende Strecke entlang der Strubklamm bis zum Wiestal-Stausee und auch weiter über Hallein und Oberau bis Berchtesgaden, forderte Automobile, Fahrer und Beifahrer, entschädigte aber mit herrlichen Ausblicken.

Im Hotel konnten sich die Teilnehmer noch in Ruhe auf den abendlichen Höhepunkt vorbereiten. Mit Shuttlebussen wurden sie am Abend das kurze Stück bis zum Salzbergwerk gebracht, wo neben der herzlichen Begrüßung mit Brot, Salz und Schnaps auch eine besondere Einkleidung wartete – erstmals musste man/frau sich bei der EdelweißClassic keine großen Gedanken über die Kleiderwahl machen. Eine lange Hose und eine wärmende Jacke oder ein Pullover reichten aus, da alle mit einheitlichen Bergmann-Overalls ausgestattet wurden. Trotz mancher Bedenken fand doch jeder seine passende Größe. Schon die Einfahrt in den Berg mit der Grubenbahn wurde zu einem Erlebnis und vom Ambiente im Kaiser Franz Sinkwerk wurden alle überrascht. Mit Hilfe von Manfred Schindler, dem motivierten Veranstaltungsleiter des Bergwerkes, war es gelungen, den ehrgeizigen Plan von Joachim Althammer zu dieser einmaligen Veranstaltung umzusetzen. Noch nie vorher war es gelungen, so viele Menschen zu einem Essen dort zu versammeln. Dank intensiver Planungen, einer sorgfältigen Vorbereitung und disziplinierter Gäste fand wieder einmal eine Siegerehrung in ganz besonderer Atmosphäre statt.

Auf die Weltpremiere der Stummfilmvorführung von Karl Valentins „Der Sonderling“ mit der musikalischen Begleitung von Ziach-Weltmeister Hermann Huber konnte man sich leider nicht immer konzentrieren, sie war aber ein toller Hintergrund zu dem hervorragenden bayerisch-thailändischen Buffet von Markus Schindler. Beim Essen wurde es den Teilnehmern dank der würzigen exotischen Speisen warm, und als es danach wieder kühler wurde, überraschte Hannes Mayerl mit der Freigabe der über 40 Meter langen Holzrutsche. Die meisten Gäste nutzten die Möglichkeit, sich ein wenig körperlich zu betätigen und die Zeit bis zur Ehrung der Sieger verflog geradezu. Drei der vier handgetöpferten Automodelle aus der Behindertenwerkstatt fanden bei der Siegerehrung ihre Abnehmer und den größten der Holzpokale von Bertl Gschwendtner überreichte Joachim Althammer an die Besatzung des kleinsten Autos. Claudia Karl und Josef Sinnhuber hatten mit ihrem „Käferle“, einem Steyr Puch 500, am wenigsten Strafpunkte gesammelt und feierten ihren Erfolg auch später an der Hotelbar noch lange nach.

Abgeschlossen wurde die Siegerehrung der EdelweißClassic mit einem sensationellen Höhepunkt! Die traditionelle Trophäe für den großzügigsten Spender (das vierte handgetöpferte Automodell) wurde diesmal einer Stiftung überreicht und Eberhard Hans Nowak nahm sie in Empfang. Der Geschäftsführer der Willi Althof Stiftung aus München hatte nämlich über das Mercedes-Benz Classic Center in Gauting von der EdelweißClassic und dem diesjährigen Projekt erfahren. Er überzeugte im Vorfeld seine Stiftungsbeiräte davon und überraschte im Salzbergwerk den sichtlich gerührten Hermann Seeböck mit einem riesigen Scheck über 50.000 € für den Pavillon der Schongruppe der Behindertenwerkstatt Piding.

Das einzigartige Ambiente des Parks vor dem Gwandhaus in Salzburg bildete den Rahmen, in dem am Sonntag die Verabschiedung der Teilnehmer der EdelweißClassic 2010 gefeiert wurde. Im Schatten großer Bäume genoss man den österreichisch-bayerischen Frühschoppen, den Blick auf den mit Oldtimern „dekorierten“ Park und eine Modenschau der Firma Gössl. Währenddessen wurden Lose für die Tombola verkauft und die Bilder von der Bergwerkseinfahrt verteilt. Erstmals konnte man auch wunderschöne Fotos (natürlich ebenfalls zugunsten der Behindertenwerkstatt) von der Freitags- und Samstags-Tour erwerben. Herbert Stewes, Profifotograf aus Mönchengladbach, hatte spontan seine Hilfe angeboten, „schoss“ die Bilder, bearbeitete und brannte sie anschließend in Rekordzeit und Frank Jung druckte sie in seinem Freilassinger Fotostudio rechtzeitig bis zum Sonntagmorgen aus.

Da das Achtelfinale der Fußball-WM mit deutscher Beteiligung nahte und deshalb viele Gäste langsam unruhig wurden, begann Joachim Althammer eine halbe Stunde früher mit der Ausgabe der „Hauptpreise“. Viele tolle Gewinne mit einem Gesamtwert von 10.000 € wurden zügig verteilt und anschließend verkündete er den Teilnehmern und dem überglücklichen Hermann Seeböck das vorläufige Spendenergebnis in Höhe von knapp 95.000 €.

Einen Ausblick auf das Jahr 2011 gab er schon am Vorabend im Bergwerk und die Teilnehmer raunten überrascht bei den folgenden geplanten Programmpunkten: Sonnenuntergang am Kehlsteinhaus, Eröffnungsabend im Hotel Edelweiss, Siegerehrung auf Bartholomä, Rennwagenausstellung zum Thema „Historisches Roßfeldrennen“, Verabschiedung in Ettenberg, …